Steigende Baukosten, fehlende Fachkräfte und hohe Zinsen sorgen dafür, dass vielerorts keine neuen Wohnhäuser mehr entstehen. Der Neubau-Stillstand verändert nicht nur das Stadtbild, sondern verschiebt auch die Dynamik auf dem Immobilienmarkt. Für Eigentümer von Bestandsimmobilien eröffnen sich dadurch neue Verkaufschancen.
Hohe Baukosten und zögerliche Investoren
Der Bedarf an Wohnraum bleibt unverändert hoch, insbesondere in städtischen Gebieten, den umliegenden Regionen und Wachstumszonen. Doch wer aktuell im Saarland ein Bauprojekt starten möchte, stößt schnell auf finanzielle Hürden: Die Kosten für Materialien und Handwerksleistungen sind gestiegen, und auch die Baukreditzinsen haben zugelegt. „Viele Bauvorhaben werden deshalb verschoben oder sogar komplett aufgegeben“, erklären Monique und Michael Schäfer von der M3 Immobilienagentur Saar.
Obwohl erste Prognosen für 2025 eine leichte Zunahme der Baugenehmigungen, vor allem im Bereich der Einfamilienhäuser, erwarten lassen, bleibt der Neubau weit hinter dem Ziel von jährlich 400.000 neuen Wohnungen zurück. Die Baubranche spricht von einer „anhaltenden Schwächephase“, einige Fachleute bezeichnen die Situation sogar als strukturelle Krise.
Bestandsimmobilien gewinnen an Bedeutung
Die unmittelbare Folge: Das Angebot an neuen Immobilien schrumpft – und das in einem bereits angespannten Marktumfeld. Viele, die ursprünglich auf einen Neubau gesetzt hatten, orientieren sich nun verstärkt an bestehenden Immobilien. „Der Fokus der Nachfrage verlagert sich zunehmend auf den vorhandenen Immobilienbestand“, so die Schäfers.
Diese Entwicklung beeinflusst die Preisgestaltung. Während in den letzten Monaten vielerorts eine Stabilisierung oder sogar ein leichter Rückgang der Preise zu beobachten war, kehrt sich dieser Trend bei gut erhaltenen Bestandsimmobilien in bestimmten Lagen teilweise um.
Eigentümer profitieren von der aktuellen Marktlage
Für Eigentümer von Bestandsimmobilien eröffnen sich in der aktuellen Situation neue Chancen. In einem Markt, in dem weniger Neubauten entstehen, steigt die Attraktivität bestehender Objekte, insbesondere wenn diese gut gepflegt und sofort bezugsbereit sind. „Verkäufer können von der gestiegenen Bedeutung ihrer Immobilien profitieren“, betonen Monique und Michael Schäfer. Besonders bei Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und Wohnungen in begehrten Stadtteilen kann die Nachfrage wieder anziehen. Es ist jedoch wichtig, mit realistischen Preisvorstellungen und einer fundierten Marktanalyse in den Verkaufsprozess zu starten.
Sie besitzen eine Immobilie und denken über einen Verkauf nach? Die aktuelle Marktsituation könnte Ihnen entgegenkommen. Der Rückgang beim Neubau macht Bestandsobjekte gefragter – und erhöht die Chance auf einen lukrativen Verkauf.
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Hinweise
In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.
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